Gelenkbeschwerden: trotz nasskaltem Wetter nicht auf Aktivität verzichten

Wenn im Herbst nasskaltes Wetter Einzug hält, zwickt es viele Menschen in den Knochen.

Für Rheumatiker ist feuchte Kälte mehr als unangenehm, denn sie kann das Schmerzempfinden steigern und zur Verstärkung chronischer Gelenkprobleme beitragen. Die Deutsche Rheuma-Liga e. V. bestätigt diese Effekte: Nach den Erfahrungen von Experten klagen auch Arthrose-Patienten über zunehmende Schmerzen bei feucht-kalter Witterung.

Raus vor die Tür statt rein in die Stube

Sich in die warme Stube zurückzuziehen, scheint jedoch die falsche Strategie. Denn vor allem kontinuierliche Bewegung kann maßgeblich dazu beitragen, dass bereits geschädigte Gelenkknorpel mit ausreichend Gelenkschmiere versorgt werden. Nur dann ist ein reibungsloser Bewegungsablauf gewährleistet. Neben Indoor-Sport wie Schwimmen, Wassergymnastik oder Gerätetraining werden tägliche Spaziergänge empfohlen. Denn Bewegung an der frischen Luft wirkt nicht nur dem Winterblues entgegen, sondern fördert durch das natürliche UV-Licht auch die Bildung von Vitamin D, das zusammen mit Calcium Muskelkraft und Koordinationsfähigkeit verbessern kann. Zum Schutz vor Kälte sollten die Gelenke dabei stets warm eingepackt werden. Im Anschluss wärmen ein Bad oder Saunagang wieder durch. Unter www.aktiv-gegen-schmerz.de gibt es Hinweise zu geeigneten Sportarten sowie Bewegungstipps und Übungsvideos.

Schmerzen lindern, nicht ertragen

Treten akut starke Beschwerden auf, sollte die Bewegungsfähigkeit zunächst mit einer medikamentösen Behandlung wiederhergestellt werden. Experten wie Prof. Dr. Andreas de Weerth raten dabei zu einer individuellen Stufentherapie: "Hier haben Wirkstoffe, die die Gelenksentzündung hemmen und gleichzeitig den Gelenksschmerz bekämpfen, einen hohen Stellenwert", sagt der Chefarzt der Inneren Medizin am Hamburger Agaplesion Diakonieklinikum. "Eine Therapieoption für viele Patienten sind COX-2-Hemmer, die oft schnell am Gelenk wirken und bei vergleichbarer Wirksamkeit in der Regel auch weniger magenbelastend sind", erläutert er die Vorteile neuerer Präparate gegenüber klassischen Wirkstoffen.

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