Heidelberg - Auf den Spuren von Dichtern und Denkern

Heidelberg - Auf den Spuren von Dichtern und Denkern

Heidelberg gilt als Inbegriff der deutschen Romantik. Dichter wie Brentano und Eichendorff ließen sich hier nieder, heute strömen Touristen aus aller Welt an den Neckar.

Die Universitätsstadt lockt mit der berühmtesten Ruine Deutschlands, abends sorgen die über 30.000 Studenten für ein quirliges Nachtleben in der historischen Altstadt. Wanderer folgen dem Kelten- oder Philosophenweg hoch über dem Neckartal. Wir zeigen, was man an einem Wochenende in Heidelberg sehen muss.

Nächtigen im ältesten Haus der Stadt  

Reiche Tuchhändler erbauten das „Haus zum Ritter“ Ende des 16. Jahrhunderts aus Stein, so dass es als einziges Bürgerhaus den großen Stadtbrand überstand. Schon der französische Dichter Victor Hugo war vom ältesten erhaltenen Haus der Stadt beeindruckt und widmete ihm ein Gedicht. Heute ist die historische Renaissancefassade am belebten Marktplatz eines der beliebtesten Fotomotive Heidelbergs und beheimatet das Hotel zum Ritter. Wer sich hier einquartiert, hat es nur wenige Schritte zu den Highlights der Stadt: Rund um den Marktplatz liegen das barocke Rathaus, die kurfürstliche Hofapotheke und die Heiliggeistkirche mit großer Chororgel und regelmäßigen Konzerten. 

Die älteste Universität Deutschlands

Heidelberg zog im Laufe seiner Geschichte zahlreiche Künstler und Wissenschaftler an. Bereits im 14. Jahrhundert wurde die Ruprecht-Karls-Universität gegründet und ist damit die älteste Hochschule Deutschlands – und ein Touristenmagnet. Der heutige Universitätsplatz konkurriert mit dem Marktplatz um den Ruf des schönsten Platzes der Stadt. Im Barockgebäude der Alten Universität lockt das Universitätsmuseum, an der Südseite ragt der Block der in den 1930er Jahren entstandenen Neuen Universität empor. Tipp: Unbedingt einen Blick in den kleinen Innenhof werfen, der zum Hexenturm der alten Stadtmauer führt. Sehenswert ist auch das Barockgebäude des Collegium Academicum – früher diente es als Klinik und Kaserne, heute ist hier die Verwaltung der Universität untergebracht. Ums Eck wartet der prunkvolle Bau der Universitätsbibliothek mit Art-Deco-Treppenhaus, die mit über 2,5 Millionen Bänden zu den berühmtesten Bibliotheken der Welt gehört. Kostenlos können historische Handschriften und Exponate der Buchkunst besichtigt werden, im Skriptorium wird die mittelalterliche Herstellung von Pergament und Tinte gezeigt. 

Inbegriff der Romantik

Rund eine Million Besucher wandeln jährlich über den Hof des Heidelberger Schlosses. Noch Anfang des 17. Jahrhunderts gehörte es zu den prächtigsten Schlössern Europas, zwei Jahrhunderte später zog die verbliebene Ruine hoch über dem Neckartal Literaten und Maler an. Dichter wie Clemens Brentano gehörten zur Heidelberger Romantik, auch Joseph von Eichendorff studierte am Neckar. Die Überbleibsel der roten Sandsteinresidenz sind weltberühmt: Der Ottheinrichsbau des Schlosses gilt als einer der schönsten Palastbauten der Renaissance, am Friedrichsbau hat der Bauherr eine übergroße Ahnengalerie der Pfälzer Kurfürsten platziert. Besonders sehenswert ist das 250 Jahre alte Große Fass, in das 220.000 Liter Wein passten – genug für ausschweifende Feste im benachbarten Königssaal. Nettes Detail: Eine kleine Treppe führt auf das Fass hinauf zu einem Tanzboden. Wer noch Zeit hat, streift durch die weitläufigen Gartenanlagen und genießt von den verschiedenen Terrassen den schönen Ausblick ins Neckartal und über die Stadt. Wanderer erreichen die Ruine über steile Fußwege, das Eintrittsticket enthält aber bereits die Fahrt mit der Bergbahn zum Schloss hinauf. 

Zu Philosophen, Römern und  Germanen

Rund um Heidelberg schlängeln sich zahlreiche Wander- und Spazierwege entlang des Neckartals. Der Philosophenweg liegt auf der anderen Seite des Flusses und führt gut zwei Kilometer anfangs steil auf den Heiligenberg hinauf. Schon früh entdeckten Heidelberger Studenten den Pfad mit Blick auf das gegenüberliegende Schloss für romantische Spaziergänge. Der Keltenweg verläuft auf dem inneren Ringwall aus dem 4. Jahrhundert vor Christi, im Wald finden sich gut erhaltene Abschnitte des Bauwerks. Die Römer errichteten auf dem Gipfel des Heiligenbergs einen Tempel, heute steht hier die Ruine des Michaelsklosters. Unterhalb liegt die Thingstätte, eine 1935 errichtete Freilichtbühne nach dem Vorbild griechischer Theater. Bester Ausblick: Am Philosophenweg liegt der Bismarckturm, ein Aussichtsturm mit Blick auf die Altstadt von Heidelberg. 

 

Unsere Umfrage der Woche

Was wird Ihr nächster Urlaub?