Kulturreisen – Den Meistern auf der Spur

Kulturreisen – Den Meistern auf der Spur

Stararchitekten wie Jean Nouvel oder Frank Gehry entwerfen Hochhäuser und Museen für die Metropolen dieser Welt, Künstler nutzen vorhandene Industriedenkmäler oder historische Hotels für ihre Installationen. Wir zeigen, wo Sie auf Reisen moderne Architektur und Kunst erleben können.

Wolkenkratzer sind heute keine langweiligen Bürogebäude mehr, sondern überraschen den Betrachter mit ausgefallenen Farben und Formen. Das neue One World Trade Center gibt Manhattan ein neues Profil, in Bangkok reihen sich vielstöckige Luxushotels entlang des Flusses. Als Teil der sehenswerten Skyline der Hauptstadt von Katar wurde kürzlich der 46-stöckige Doha Tower zum besten Hochhaus der Welt gekürt. Der französische Architekt Jean Nouvel entwarf das Gebäude, dessen Verzierungen aus landestypischen Ornamenten im Inneren ausgefallene Schattenmuster werfen. Auch in Abu Dhabi arbeiten derzeit Stararchitekten wie Sir Norman Foster oder Frank Gehry für die geplante Museumsinsel an neuen Varianten von Louvre und Guggenheim. Ab 2014 sollen die ersten Architektur-Highlights eröffnen.

Doch auch Städte ohne Hochhaus-Welt locken mit Kunst. Graz wurde 2011 von der UNESCO als „City of Design“ gekürt und zählt damit offiziell zum weltweiten Netzwerk besonders kreativer Städte. Mit den Architekturbauten der letzten Jahre von Kunsthaus bis zum Botanischen Garten legt Graz den Schwerpunkt auf urbane Kultur. Im Designviertel von Helsinki gibt es über 200 Fashion-Shops, Antikläden, Kunstgalerien und Showrooms, in denen es nur um finnische Design-Produkte geht. Im neuen Szene-Quartier direkt am Hafen haben Boutiquen und Pop-Up-Shops eröffnet, in den Hinterhöfen gibt es im Sommer Konzerte. Kopenhagen ist für seine königlichen Schlösser  und die bunten, historischen Gebäude am Nyhavn berühmt, die heutige Stadtplanung sorgte am Hafen auch für moderne Architektur: Gegenüber der königlichen Residenz Amalienborg beeindruckt die mächtige  dänische Oper, wie ein schwarzer Diamant glänzt die Königliche Bibliothek am Wasser. Wechselnde Ausstellungen von dänischer und internationaler Architektur gibt es im Kopenhagener Architekturmuseum.

Auf mittelalterlichen Spuren wandeln Freunde der historischen Architektur in Sachsen-Anhalt: Seit 1993 verbindet die rund 1000 Kilometer lange Straße der Romanik rund 80 Bauwerke in 65 Orten. Die Ferienstraße verläuft in Form einer Acht rund um Magdeburg entlang von Klöstern, Dorfkirchen und Kathedralen, die zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert errichtet wurden. Die bekanntere Deutsche Fachwerkstraße führt auf über 2.800 Kilometern Länge zwischen Elbe und Bodensee zu Orten mit bemerkenswerten Fachwerkbauten. Besonders sehenswert ist das winzige Fachwerkhaus in Wernigerode im Harz.

Wer in der Kunst verweilen möchte, bucht sich im Hundertwasserhotel Rogner Bad Blumau in der Steiermark ein. Der Künstler entwarf das Wellnesshotel mit seinen bunten Säulen und begrünten Dächern inmitten der Hügellandschaft der Südoststeiermark rund um die heilende Vulkania Quelle. Im Schlosshotel Altstadt Vienna im Wiener Künstlerviertel Spittelberg lässt der italienische Stararchitekt Matteo Thun den Lebensstil der vorletzten Jahrhundertwende aufleben, im Meraner Kunsthotel ImperialArt hat der Bildhauer Ulrich Egger Zimmer und Suiten gestaltet, sein Atelier steht den Gästen offen. Neu ist der Trend zu Design-Ferienwohnungen: Ausgefallene Objekte locken mit stilvoller Einrichtung und puristischer Architektur.

Noch bis Ende des Jahres bietet Oberhausen einen besonderen Ausflug in die Kunstwelt: Die Skulptur Big Air Package des Verpackungskünstlers Christo füllt das Industriedenkmal des Gasometers mit   über 20.000 Quadratmetern an lichtdurchlässigem Gewebe und 4.500 Meter Seil nahezu vollständig aus. Im Innern des riesigen Ballons liegen die Besucher auf großen Kissen, diffuses Licht scheint durch die Dachfenster, Geräusche dringen gedämpft in das mehr als fünf Tonnen schwere Kunstwerk hinein. Mit dem gläsernen Fahrstuhl geht es an der Skulptur vorbei nach oben und die Gäste genießen vom Dach den Ausblick aus über 100 Metern Höhe über das Ruhrgebiet.

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